Lesung japanischer Literatur
Die Schönheit der gesprochenen Sprache

 

Erzählungen von Miyazawa Kenji,
untermalt mit Violine

 

 

"Matsuri no ban", Jahr unbekannt (Das Herbstfest)
"Yodaka no hoshi", 1921 (Der Nachtfalkenstern)

 


 

 

 

5. Oktober 2013 (Sa), 15:00 – 16:30

Japan Information and Cultural Center
(Kulturzentrum der Japanischen Botschaft)
Engestrasse 43, 3012 Bern

Lesung: Kyoko Ginsig, Yuri Raass
Violine: Yuka Tsuboi

 

 

Nach einführenden Erläuterungen werden die beiden
Erzählungen in japanischer Sprache vorgetragen.
Die deutsche Übersetzung wird auf Leinwand gezeigt.
Anschliessend gemütliches Teetrinken.

 

 

Anmeldung und Anfragen:

Japan Information and Cultural Center, Embassy of Japan
(Kulturzentrum der Japanischen Botschaft)
Tel.: 031 305 15 70, Email: jicc@br.mofa.go.jp

(Da die Teilnehmerzahl beschränkt ist, wird um eine frühzeitige Anmeldung gebeten)

 

 

 

 

 

Miyazawa Kenji (1896 - 1933)

Miyazawa Kenji, geboren 1896 in Hanamaki, Präfektur Iwate, ist ein japanischer Dichter und Autor von Kurzgeschichten. Seine Erzählungen schrieb er, ermutigt durch seinen buddhistischen Lehrmeister, um die Lehre des Mahayana-Buddhismus auf seine Weise auch den einfachen Menschen und Kindern verständlich zu machen. Verwachsen mit seiner nordjapanischen Heimat und vertraut mit dem Volksmund, entwickelte er seinen eigenen Stil. Heute gehört Miyazawa Kenji zu den beliebtesten Dichtern Japans.

Das Thema, das sich durch das Leben von Miyazawa Kenji hindurchzieht, ist das innige Verhältnis zur Natur, wobei diese sogar die Sterne und den Kosmos beinhaltet. Seine Verehrung der Natur, sowie die tiefe Liebe zu allem darin existierenden Leben bringt er in seinen Erzählungen, die er selbst auch als "Märchen" bezeichnete, zum Ausdruck. Sein Naturverständnis umfasst dabei sowohl die Wildtiere im Wald, die Jäger, die Holzhauer als auch die Bauern. Den Merkantilismus, der deren Existenz erodierte, verabscheute und kritisierte er bereits damals heftig. Obwohl Miyazawa Kenji unmittelbar nach dem Meiji-Sanriku-Erdbeben und Tsunami im Jahr 1896 geboren wurde, empfand er gegenüber der äusserst rauen Natur seiner Heimat eine umso grössere Bewunderung.

In den Augen Miyazawa Kenjis zeigen sich die Fabelwesen, die im Wald wohnen, zuweilen humorvoll und zuweilen gar in verzweifelter Gestalt. Er verfasste zahlreiche Geschichten, in deren Zentrum Fabelwesen oder Tiere stehen. Die beiden Vortragenden, Kyoko Ginsig und Yuri Raass, haben für Ihre zweite Lesung im Kulturzentrum der Japanischen Botschaft zwei davon ausgewählt. Sie entschieden sich für Miyazawa Kenji, da seine Werke mit der Natur ein universales Thema haben, welches Raum, Zeit und Landesgrenzen überschreitet. Damit ist Miyazawa Kenji auch einem Schweizer Publikum leicht zugänglich.

 

Kyoko Ginsig
Japanische Sprachlehrerin. Audioguide-Aufnahmearbeiten für diverse Museen und historische Gebäude.

Yuri Raass
Tätig als Schauspielerin in Tokio und New York sowie als Interviewerin und Werbesprecherin.

Yuka Tsuboi
Unterrichtet Violine an der Zürcher Hochschule der Künste. Violinistin im Galatea Quartet.

 

Das Herbstfest

Die Erzählung schildert die herzerwärmende Begegnung zwischen einem Bergriesen, der am Abend des Schreinfestes für den Berggott ins Dorf hinabgestiegen ist, und einem dort lebenden Jungen. Berührend zeichnet sie den bescheidenen Mut und die Anteilnahme des Jungen, der dem Bergriesen in einer Notlage hilft. Die Dankbarkeitsbezeugung des Bergriesen erwidern ein alter Mann und der Junge mit Wohlwollen.

(Kyoko Ginsig)

Der Nachtfalkenstern

Viele können sich wohl daran erinnern, wie sie in jungen Jahren, ähnlich dem Nachtfalken in dieser Geschichte, zutiefst erschüttert wurden. Es ist die Erinnerung an den Moment, der zum ersten Mal die Grausamkeit des Lebens realisieren liess, in einer Welt, in der die Erwachsenen das Leben nüchtern im Sinne von ‚fressen und gefressen werden' betrachten.
Nachdem der Nachtfalke vom Falken tödlich bedroht worden ist, wird ihm zum ersten Mal bewusst, dass er bis anhin nur überleben konnte, indem er selbst Insekten getötet hatte.

(Yuri Raass)

 


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